Archiv der Kategorie: Zeitgeschichten

Der Wandel der Zeit von den 60ern bis heute

LESEN – einst und jetzt

Bücher

Freizeitgestaltung

In meiner Schul- und Jugendzeit gibt es weder Internet noch Mobiltelefone. Fernsehen ist nur eingeschränkt möglich. Kein 24 Stunden TV, sondern erst ab Nachmittag. Am Abend den berühmten Sendeschluss um 23 Uhr mit Bundeshymne und anschließendem Bildrauschen. Zeit zum Schlafengehen! Ein umfangreicheres TV-Programm nur während der großen Messen – „Messeprogramm“ schon am Vormittag.
Die Freizeitgestaltung an Schönwettertagen ist kein Problem: Radfahren, Freibad, im Wald spielen, sich treffen. An Regentagen, im Herbst und zum Teil im Winter lese ich gerne. Alles, was an Lesestoff verfügbar ist.

Jugendbuchklassiker

Die Jugendbuchklassiker gehören zum Inventar in vielen Haushalten. „Lederstrumpf“, „Die Schatzinsel“, „Robinson Crusoe“, die „Deutschen Heldensagen“. Mich fasziniert neben diesen klassischen Büchern vor allem „Karl May“. Seine Geschichten rund um Old Shatterhand und Winnetou sind in diesen Jahren äußerst beliebt. Es sind umfangreiche Romane. Die realistische Erzählweise begeistert mich. Er beschreibt in seinen ca 100 Werken Abenteuer in vielen Ländern. Viele dieser Darstellungen werden in den 60er Jahren erfolgreich verfilmt.

Geheimnisvolle Inhalte

Fantasie

Ein Buch lässt den Inhalt in der Fantasie zu Bildern werden. Die eigene Vorstellungskraft transferiert das Geschriebene ins Visuelle. Man erlebt direkt mit den Protagonisten mit. Es werden viele Romane verfilmt. Dabei bin ich oft enttäuscht, da die Filme oft nicht an die Buchvorlage herankommen. Stoffe werden gekürzt oder verändert. Um diesen Streifen Humor und Spannung zu verleihen, werden Figuren dazuerfunden.

Bücherkauf

Bücher und Romane sind in dieser Zeit nicht überall erhältlich. Es gibt einen Buchladen in der Bezirksstadt. Die als „Schundhefte“ bezeichneten Wochenromane kauft man beim Greißler im Ort. Western-, Heimat- und Liebesromane und der berühmte „Jerry Cotton“ sind hier für wenig Geld zu erwerben.
Die „seriöse“ Lektüre findet man in manchen Flohmärkten zum Kilopreis. Neue Bücher erhält man neben dem Buchladen bei diversen Buchclubs, wie z.b. „Donauland“. Hier ist man Mitglied und bestellt quartalsweise etwas aus dem Katalog. Dafür zu günstigeren Preisen. Ein „Gebietsvertreter“ übernimmt die Bestellungen und Auslieferungen. Bei diesen Clubs werden die ersten Schallplatten angeboten. Für das Anwerben von Neuabonnenten gibt es Vergünstigungen.
Ein Höhepunkt im Herbst jeden Jahres: Die Buchausstellung in der Volksschule. Wir schmökern in den ausgestellten Büchern und bestellen. Rechtzeitig vor Weihnachten werden diese geliefert.

Bibliothek

5 Freunde

Ich bekomme vom Firmpaten jahrelang die neuesten Geschichten von Enid Blytons
„5 Freunden“. Ich erlebe diese Abenteuer mit und freue mich, Jahre später mit meinen Söhnen diese im Kino zu sehen. Bei diesen Verfilmungen hat mir gefallen, dass die Charaktere im Movie genau so aussahen und agierten, wie ich sie mir immer vorgestellt habe.

E-Book

Lesen heute

Der traditionelle Buchhandel existiert weiterhin. Es gibt jedoch Alternativen zum Gedruckten. E-Books sind eine solche praktische Form. Auf mobilen Endgeräten abrufbar, hat man sie immer bei sich. Es ist eine persönliche Entscheidung, welche Art des Lesens man bevorzugt. Es gibt bei den diversen Anbietern eine große Anzahl von gratis zum Downloaden. Hier ist zu beachten, dass dies oftmals originale Versionen der Geschichten sind. Das bedeutet, die Grammatik und Ausdrucksweise sind nicht zeitgemäß. Weiters sind viele Bücher qualitativ nicht unbedingt ansprechend – aus folgendem Grund:

Ein eigenes Buch – so leicht wie nie

Im Zeitalter der Digitalisierung ist es relativ mühelos ein Buch z.b. als E.Book herauszubringen. In meiner Jugendzeit braucht man dafür ein fertiges Manuskript, einen Verlag und/oder viel Geld, um die Werke zu produzieren. Für den Autor bleibt aufgrund dieser aufwändigen Produktionen oft wenig übrig. Finanziell gewinnen fast nur die Verlage.
In der heutigen Zeit schreibe ich das Buch mit einem unterstützenden Schreibprogramm. Das fertige Manuskript wird in ein E-Book Format umgewandelt. Durch Verkaufsportale werden diese in allen gängigen Shops gelistet. Für den Verkauf von „echten“ Exemplaren gibt es das „Buch on demand“ Angebot. Es wird nur auf Bestellung hergestellt. Hier ist das finanzielle Risiko überschaubar, da keine Mindestabnahmeverpflichtung vorliegt.

Lektorat

Bei selbst verlegten Werken spart man sich in der heutigen Zeit Geld. Nicht sparen sollte man aber beim Lektorat. Ein Korrekturlesen ist immens wichtig. Dies am besten durch einen „Fremden“. Es werden Fehler gefunden und bereinigt, die man selbst aufgrund der Nähe zum Werk nicht erkennt. Vergleichbar mit einer Musikproduktion: Arrangement und Musikmix im eigenen Studio. „Mastern“, das Aufbereiten für den Verkauf durch einen unabhängigen Profi. Ein Teil des durch den Eigenverlag Ersparten ist daher für das Lektorat sinnvoll eingesetzt.

Lesen zur Informationsbeschaffung

In meiner Jugendzeit ist es schwierig, an spezifische Informationen zu kommen. Bibliotheken, Lexika, Sachbücher. Aus diesen wird, wenn verfügbar stundenlang das Notwendige ausgearbeitet.
Heute gibt es im Internet einen Mausklick entfernt fast alles zu recherchieren. Die Gefahr, etwas „Falsches“ zu finden, ist aber dadurch hoch. Man erkennt oftmals nicht, ob die Quelle seriös ist oder ob man nur auf einer Seite mit „Meinungen“ gelandet ist.

Plagiate

Seit der umfangreichen Bereitstellung vieler Werke, wie Diplomarbeiten, Doktorarbeiten im Netz ist die Zahl der aufgedeckten Plagiate angestiegen.
In den früheren Jahren wird alles mühsam „zusammengetragen“. In der digitalen Welt genügt oftmals ein „Kopieren“ und „Einfügen“. Wenn sich dann jemand zusätzlich nicht an die „Zitierregeln“ hält, ist schon so mancher Titel wieder aberkannt worden:

Lesen „bildet“

Lesen „bildet“ auf jeden Fall. Da dreht es gar nicht um die Inhalte, sondern man wird dadurch sicherer in der Formulierung eigener Texte. Sei es für eine Bewerbung oder einen Bericht. Der Wortschatz ist größer. Die Fantasie wird angeregt. Visuelle Vorstellungen ergänzen das Gelesene.

Comic – Lesen zum Entspannen

Zur Entspannung lese ich keine hochdramatischen Romane, sondern eher leichte Kost. Da sind die „Walt Disney Taschenbücher“ genau das Richtige. Die Geschichten von Donald, Tick Trick und Track, Dagobert, Micky Maus und Goofy bringen mich wieder ein bisschen in meine Jugendzeit zurück – dabei lasse ich los.

In Ruhe lesen, in der Fantasie die Bilder zum Gelesenen aufrufen und an einem verregneten Nachmittag ein paar interessante Stunden erleben.

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SOCIAL MEDIA – einst und jetzt

In meinen Jugendjahren gibt es zwar kein Internet und daher keine Social Media Kanäle. Die Verbreitung von Neuigkeiten funktioniert aber auch in dieser Zeit problemlos. Die Reichweite ist nicht so global wie jetzt, sondern eher auf den Ort beschränkt. Trotzdem haben es die Verbreitungsmethoden in sich.
Ein wichtiger Faktor ist der Dorftratsch. Zu vergleichen mit Whatsapp-Gruppen treffen sich „befreundete“ Menschen, um ihr Wissen auszutauschen. Dies sind vor allem Personen, die genügend (Frei)Zeit haben. Wenn der Wissensstand aktuell ist, geht man auseinander um die neuen Erfahrungen in der nächsten Gruppe zu präsentieren.

Ein Dorf…

Authentisch


Da das Erzählte ja authentisch sein soll, wird gerne zu den „Wahrheiten“ etwas hinzugefügt, um die Aktualität zu unterstreichen.
„Hast Du das schon gehört“, „Ich muss Euch was erzählen“. So startet der „Gruppenchat“ in den 70er Jahren.
Diese bestens informierten Personen geben ihr Wissen gerne weiter. Da ist der Briefträger ein Hauptansprechpartner. Dieser weiß dadurch eine Menge über die Leute im Dorf.
Hier passiert es aber oft, dass die Informationen hängenbleiben, weil manches wird mangels Glaubwürdigkeit nicht weitererzählt. In den Social Media Kanälen von heute bedeutet dies, dass der Inhalt nicht geteilt wird.

Damenrunde


Der Dorftratsch ist aufgrund der zeitlichen Gegebenheiten eher den Frauen zuzurechnen. Die Männer haben andere Treffpunkte. Nach der Hl. Messe am Sonntag trifft „Mann“ sich beim Kirchenwirt zum Frühschoppen. Dort wird neben brennend wichtigen Themen die aktuelle politische Lage analysiert. Vor allem die lokalen Volksvertreter bekommen oftmals ihr Fett weg, solange sie nicht anwesend sind.
Deswegen ist es schlau, vom Bürgermeister und Amtsleiter bei diesen Treffen dabei zu sein. Eine kippende Stimmung wird mit einer Lokalrunde besänftigt und schnell das Thema gewechselt.

Männergespräche


Ein beliebter Kommunikationsort der Männer ist der Fußballplatz. Wenn die örtliche Mannschaft im Siegeszug ist, sind fast alle männlichen Dorfbewohner dort zu finden.
Die Frauen lieben es gemütlicher. Im Dorfcafe, beim Friseur oder Greißler. Überall werden aktuelle Ereignisse aus dem Dorf kommuniziert.

Fake News einst und jetzt

Wenn solche Informationen weitergegeben und grob verändert werden, entstehen Falschmeldungen. „Fake News“.
Oftmals stimmt der Kern der Aussage. Die Veränderungen bringen aber die Geschichte aus dem Zusammenhang und lassen diese in einem komplett anderen Licht erscheinen.

Die Geschichte von Grete und Toni

„Die Tochter vom Wastlbauer, Grete, ist schwanger, sie trägt so weites Gewand“. „Der Vater wird vermutlich Toni sein, ich habe die beiden mehrmals miteinander gesehen“. Das ist die Erstinformation, die am Ortsplatz verbreitet wird.
In der zweiten Phase: „Die Tochter vom Wastlbauer, Grete, bekommt ein Kind von Toni“. „Der hat aber was mit einer anderen“. „Das arme Mädel“. „Toni betrügt die Grete, obwohl sie ein Kind von ihm erwartet.“
Ab diesem Zeitpunkt wird die Wastlbauertochter mitleidig angesehen und der Toni bekommt „böse“ Blicke wenn er im Ort zu sehen ist.
In Wahrheit hat die Tochter des Wastlbauer nur ein paar Kilo zugelegt, und der Toni war einmal auf dem Hof und hat ihnen geholfen.
Zwei Monate später ist Grete wirklich schwanger, aber nicht von Toni. Jetzt wird hinter ihrem Rücken darüber geredet, warum sie ihm dies nur antut. „Er ist so ein Lieber“ und sie hat was mit einem anderen.
In diesen Situationen ist ersichtlich: „Allen Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann“. Die „Informationskanäle“ bilden sich ihre eigene Wahrheit, ob sie stimmt oder nicht.
Das Problem ist, solche Geschichten auf dem Weg sind nicht mehr zu stoppen. Auch wenn Grete bei den ersten Gerüchten behauptet, dass sie nicht schwanger ist, wird ihr nicht geglaubt. Tonis Aussagen werden genauso angezweifelt.
Wehe, wenn das Kind später eine klitzekleine (subjektive) Ähnlichkeit mit Toni hat 🙂 – dann gibt es wieder einiges zu berichten.

Die Frau am Fenster

Es gibt Menschen im Dorf, die nicht Tratschen und verbreiten, aber trotzdem alles wissen. Dazu braucht man Zeit und einen günstig gelegenen Platz zum Beobachten. Das Fenster zur Straße oder die Sonnenbank vor dem Haus.
Wer es geschickt anstellt, kommt ins Gespräch und wird viele Neuigkeiten erfahren.

Frau am Fenster

Subjektive Wahrnehmung

Der Nachteil von Beobachtungen, die weitergegeben werden, sind die subjektiven Interpretierungen des Gesehenen und Gehörten. Grete hat schwanger ausgesehen, war es aber nicht. Es werden Schlüsse gezogen, ohne den Blick auf das Ganze zu haben. „Gefährliches Halbwissen“.

Eine Dame in der Nachbarschaft ist oft alleine zuhause, da ihr Mann auf Montage ist. Da der neu zugezogene Herr Oberlehrer mehr als einmal zu ihr ins Haus kommt, hat sie ein Verhältnis mit ihm – laut „Dorffunk“. Der Ehemann wird mitleidig angesehen und heimlich getuschelt: „Der Arme, arbeitet bis zum Umfallen und seine Frau betrügt ihn“. In Wahrheit ist es ihr Cousin 🙂

Muss man alles wissen?

In meiner Jugendzeit wird einiges auf der Straße erzählt. Eine Menge Geschichten werden durch die „Stille Post“ aufgebauscht. Ich habe damals schon versucht, die Wahrheit zu finden. Aber: Wollte ich diese überhaupt wissen?
Solche „Erzählungen“ bringen gar nichts, vor allem wenn man nicht persönlich davon betroffen ist.
Ein markantes Beispiel dazu ist die „berühmte“ Frau Stockl bei den Rosenheim-Cops. Die Dame weiß alles und legt die Informationen oftmals falsch aus. Hier wird mit Humor genau die subjektive Wahrnehmung beschrieben.

In den „alten“ Zeiten ist dies überschaubar. Heutzutage wandern solche Mitteilungen global ins Netz. Da wird es dann schwierig, die Wahrheit herauszufinden.
Es gibt aber genug Möglichkeiten, genau zu recherchieren und sich ein Bild zu machen. Es werden viele „Meldungen“ nicht persönlich betrachtet und mit einer eigenen Meinung versehen. Ungelesen „Teilen“, weil die Schlagzeile anspricht. Damit erreicht man „Likes“ oder erzürnte Kommentare, beides nur subjektive Momentaufnahmen.

Bei sachlichen Themen diskutiert man gerne, solange die Höflichkeit vorhanden ist. Wenn es ins Persönliche abgleitet, wird eine Grenze überschritten. Das war in den früheren Zeiten so und hat auch heute noch Gültigkeit.
Nachdenken und recherchieren, bevor man Informationen weitergibt, die nicht belegbar sind. Wenn sie stimmen, überlegen, ob sie jemanden schaden, und dann am Besten bei sich behalten.

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NAHVERSORGUNG – einst und jetzt

Meine ersten Erinnerungen ans Einkaufen liegen schon weit zurück. Damals Anfang der 70er gibt es richtige „Krämereien“ auch „Greißler“ genannt in fast jedem Ort. Diese Geschäfte sind in der Warenauswahl intelligent sortiert. Man bekommt alles Wichtige zu kaufen.
Es sind keine Selbstbedienungsläden so wie heute. Man geht mit dem fein säuberlich geschriebenen Einkaufszettel zur Theke. Die Verkäufer suchen die Artikel aus dem Lager. Dann wird auf einem Zettel zusammengerechnet und man zahlt.
Die Zeit, in der die Waren zusammensortiert werden, nutzt man um mit anderen Kundschaften zu tratschen. Der beste Weg, um alle Neuigkeiten aus dem Dorf hautnah präsentiert zu bekommen. Eine zentrale Kommunikationsstelle. Manch einer, der es „braucht“, holt sich auf dem Weg in die Arbeit in der Früh schnell ein Schnapserl oder ein Bier. Es ist vieles einzeln erhältlich, was heute verpackt verkauft wird.

Die Krämerei

Auf der rechten Seite nach dem Eingang sind die Stoffe und die notwendigen Artikel für Bekleidung etc. Hier gibt es Gummibänder, Knöpfe, Nähmaterial und vieles mehr. Die Hauptanlaufstelle für die Kunden ist die querstehende Theke.
„Hallo, Grüß Dich, was kann ich für Dich tun?“. Der Verkäufer nimmt freundlich den Einkaufszettel entgegen. Er entziffert aus langjähriger Erfahrung fast jede Handschrift.
Die Fragen von heute: „Welche Butter soll ich nehmen, welchen Joghurt usw.“ stellen sich nicht. Das Angebot ist ausgeklügelt sortiert. Es gibt fast alles, aber nicht von allem vieles.

Auf Sonderangebote und Aktionen wird man persönlich hingewiesen. Bei der frischen Wurst und Käse die berühmte Frage, die heute noch Gültigkeit hat: „Darf es ein bisschen mehr sein?“.
Das wohltuende an diesen Einkäufen ist, dass man in Ruhe Zeit hat zu plaudern, kein Gedränge.
Ich helfe meiner Oma immer beim Tragen der schweren Einkaufstaschen und werde mit Süßigkeiten oder einem Comicheft belohnt.

Selbstbedienung

Supermarkt

Am Land sind diese Geschäfte viele Jahre zu finden. Diese Form hat aber einen gravierenden Nachteil. Man wartet, bis der vorherige Kunde bedient ist.

Aus diesem Grund finden die neuen Supermärkte immer mehr Anklang. Man dreht in Ruhe seine Runde durch das Geschäft, sucht seine Waren aus und zahlt an der zentralen Kasse beim Ausgang. Die ersten Registrierkassen, wahre Ungetüme erleichtern dem Personal das Kassieren.

alte Registrierkasse


Im Laufe der Jahre entstehen viele dieser Märkte. Filialketten bieten immer bessere Preise an. Entstanden zum Teil aus Einkaufsgenossenschaften.
Das Sortiment wird laufend vergrößert. Die Kundschaft bekommt fast alles im gleichen Geschäft. Das ist das Ziel der Verkaufsstrategen.

Filialketten vs Krämerei

Im Laufe der Jahrzehnte bedeutet dies das Ende der kleinen „Krämereien“. Die Menschen werden mobiler, es fahren viele Autos, eingekauft wird interessanterweise meist dort wo man arbeitet. Um die Kunden anzulocken gibt es Flugblätter, Werbeprospekte usw. In großen Stil gedruckt und mit der Post verteilt. Genau dies ist in der heutigen Zeit so üppig ausgeprägt, dass es zu viel des Guten ist.
Der Österreicher lässt sich leicht mit Rabattmarken und anderen Vergünstigungen locken. Man übersieht dabei, dass diese Preisnachlässe oftmals schon vorher einkalkuliert worden sind. Aber es ist ein befriedigendes Gefühl, wenn man billig eingekauft hat.
Im Lebensmittelbereich ist das persönliche Einkaufen nach wie vor die effizienteste Möglichkeit. In allen anderen Bereichen kommt im Laufe der Jahrzehnte mit dem Siegeszug des Internets die Gelegenheit Waren bequem online zu bestellen. Diese werden nach Hause geliefert.

Metzger und Bäcker

Einen wichtigen Teil der Nahversorgung übernehmen die örtlichen Bäcker und Metzger. Brot, Gebäck und Fleisch- und Wurstwaren, alles frisch. In den damaligen Zeiten wird Ware nicht in Plastik verpackt. Ebenfalls gibt es in fast keinem Haushalt eine Gefriertruhe. In unserem Ort ist im Keller des Gemeindeamtes ein Gefrierraum einer Tiefkühlgenossenschaft. Dort mietet man sich ein Gefrierfach und holt sich nach Bedarf die Waren ins Haus.

Frischfleisch


Der örtliche Fleischhauer gibt bekannt, wann er schlachtet. Es wird das frische Fleisch verkauft und alles verwertet. Blut und Leberwürste und andere Spezialitäten. Heutzutage ist dies leider schon lange nicht mehr gestattet. „Haus“ Schlachtungen werden nur unter Einhaltung teurer und aufwändiger Auflagen genehmigt.

Unser Metzger ist ein fast 2m großer kräftiger Mann. Wenn er ein bisschen getrunken hat, packt er immer extra viel Wurst in die Wurstsemmeln. Er unterstützt sogar die Dorfgendarmen. Einmal randaliert ein Betrunkener mit einem Messer und verschanzt sich in der Kirche. Die Gendarmen wissen nicht recht, wie sie das Problem lösen sollen. Der Metzger eilt hinein, nimmt ihm die Waffe ab und übergibt den Randalierer der Polizei.

Einkauf heute

Es ist eine schöne Zeit in den 60ern und 70ern. Persönliches Einkaufserlebnis. In den neuen Selbstbedienungsgeschäften läuft der Einkaufsvorgang um einiges schneller ab. Optimal wenn man nur eine Kleinigkeit braucht. Die Warenauswahl ist heute vielfältig. Andererseits erschwert dies das Einkaufen für ungeübte „Shopper“ ungemein. Anstatt einem Artikel einer Produktsorte gibt es jetzt unzählige zur Auswahl.
Viele Waren sind in Plastik verpackt. Der Müllberg zuhause wird immer umfangreicher. Dies ist leider der große Nachteil der heutigen Einkaufswelt. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

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Die 60er Jahre – noch analog

1962

Der Kalte Krieg tobt, die Rolling Stones gründen ihre Band, die Beatles nehmen ihre erste Platte auf, Marilyn Monroe stirbt – und ich werde geboren.
Dieses Jahrzehnt ist geprägt von wirtschaftlichem Aufschwung.
Es fahren wenige Autos, die Straßen sind geschottert und es herrscht eine gewisse Gelassenheit.

VW-Käfer


Der Kern des sozialen Lebens ist die Dorfgemeinschaft. Es gibt einen Ortsplatz, viele Geschäfte, Handwerker und man ist damit zufrieden.
Ein Telefon ist nicht in jedem Haushalt vorhanden. Eine öffentliche Telefonzelle im Postamt wird für wichtige Gespräche verwendet.

Wie konnte das alles funktionieren?

Es werden sich viele fragen, wie hat das funktioniert? Wie hat man sich in dieser Zeit getroffen, wie konnte man Menschen kennenlernen?
Die Antwort: Genauso wie jetzt. Nur anstatt mit Whatsapp und Co. erledigt man diese Absprachen persönlich.

Treffpunkte gibt es viele. Am Sonntag nach dem Kirchgang, im Freibad, auf Bankerl im Ortsgebiet, auf dem Fußballplatz, im Wald.
Dort erlebt man unvergessliche Stunden und es werden die weiteren Zusammenkünfte geplant. Pünktlich zu sein liegt in der Eigenverantwortung!

Erste Liebe:

heimliche Treffen

Die ersten zarten Annäherungen zwischen Jungs und Mädchen finden im Alltag statt. Ein Besuch zuhause bei der Angebeteten ist nicht immer problemlos. Die Zugangsbeschränkung „Eltern“ ist zu überwinden. Treffen sind deswegen oft nur geheim möglich.
Eine wichtige Frage in diesen Jugendjahren ist, wenn man das Mädchen seiner Träume gefunden hat: „Willst Du mit mir gehen“.

Musikidole sind nur im Radio zu hören. Jeden Freitag gibt es um 18 Uhr eine Hitparade auf einem Sender für Jugendliche .

altes Radio

Das Radio ist eine Hauptinformationsquelle in dieser Zeit. Nachrichten, Sendungen für Autofahrer, Hörspiele, Glückwunschsendungen und vieles mehr läuft auf den wenigen öffentlichen Stationen.

Uraltfernseher


Einen Fernseher gibt es in den wenigsten Häusern. Man trifft sich beim Dorfgasthaus um gemeinsam zu schauen.
Es ist eine Sensation wenn jemand aus dem Ort im Radio oder TV zu sehen oder zu hören ist. Das sind die „Local Heroes“

Es ist im Vergleich zu heute vieles nicht mehr so wie in den 60ern. Wenn man genauer hinsieht, ist jedoch kein so großer Unterschied. Was früher ohne High Tech geschehen ist, ist heutzutage in einer anderer Art und Weise verfügbar.
Meine Generation hat die elektronische Revolution in einem Rekordtempo durchlebt.

Ich erzähle in kurzen Episoden, wie ich die Kindheit und Jugend ohne Elektronik erlebt habe und wie diese Situationen im Vergleich zu heute aussehen.

55+ digital – Na und?

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Musikproduktionen YOU TUBE

Download und Streaming (Feiyr)

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